26. November 2019  I  Kategorie: Nach Scheidung: Doppel-Nachname des Kindes bleibt bestehen

Als Fachanwalt für Familienrecht in Augsburg möchte ich Sie heute zu einem Thema beraten, dass bei Scheidungen von Paaren auftritt, deren Kind einen Doppelnamen trägt. Dieser lässt sich durch die Scheidung nicht einfach aufheben. In solchen Fällen befragen die Betroffenen regelmäßig ihren Scheidungsanwalt – völlig zu Recht, denn die juristische Situation ist nicht ganz so eindeutig, wie wir gern glauben würden. Bei sehr gewichtigen Gründen wäre eventuell doch eine Namensänderung möglich.

Namensänderung nach Scheidung: Was rät Ihr Rechtsanwalt?

Als Fachanwalt für Familienrecht kenne ich einschlägige Fälle aus Augsburg und die Tendenz am hiesigen Familiengericht, darüber hinaus beziehe ich mich auf wichtige Urteile zum Thema. Deren Tenor ist eindeutig: Für eine Namensänderung muss es sehr gewichtige Gründe geben, die entweder der Vater oder die Mutter des Kindes – in seltenen Fällen beide Elternteile – anführen. Das deutsche und internationale Recht betrachtet den Namen als wichtigen Bestandteil der Identität eines Kindes und überhaupt jedes Menschen, doch Erwachsene können sich freiwillig für eine Änderung entscheiden. Trägt allerdings ein Kind einen Doppelnamen als Nachnamen, soll nach vorherrschender juristischer Meinung auch die Trennung der Eltern nichts daran ändern. Ein Urteil hierzu gibt es vom Verwaltungsgericht Koblenz (Az.: 1 K 759/16.KO). Als Rechtsanwalt studiere ich solche Fälle sehr gründlich.

Bemerkenswerter Fall für einen Scheidungsanwalt

Der in Koblenz verhandelte Fall ist deshalb bemerkenswert, weil der Vater des Kindes ein Kubaner ist, von dem sich die deutsche Mutter, die zudem weitere Kinder mit deutschem Vater hat, kurz nach der Geburt des gemeinsamen Kindes getrennt hatte. Diese Tochter lebt nun bei der Mutter, unterscheidet sich äußerlich von ihren Geschwistern und trägt außerdem einen Doppelnamen, der auf den Vater verweist. Dagegen wollte die Mutter vorgehen. Sie fand durchaus Unterstützung unter anderem von einer Psychologin, die der Tochter eine seelische Belastung durch den Doppelnamen attestierte. Doch der kubanische Vater wehrte sich vor Gericht gegen die Namensänderung und bekam Recht. Die Richter in Koblenz bewerteten die Identität durch den Doppelnamen als so bedeutsam, dass sie gegen die Argumente der Mutter entschieden. Auch die Tochter selbst wollte den Doppelnamen gern loswerden, was für das Gericht nicht für eine Namensänderung ausreichte. Die Richter vermuteten, dass das Mädchen durch eine zunehmende Reifung eine andere Sichtweise entwickeln dürfte. Vorläufig sei die Beibehaltung des Doppelnamens wertvoll für seine Persönlichkeitsentwicklung, zumal per Gutachten durchaus eine grundsätzlich positive Bindung zum Vater festgestellt wurde.

Ihr Fachanwalt für Familienrecht in Augsburg

Als Rechtsanwalt wird man gelegentlich mit unklaren Fällen wie diesem konfrontiert und zieht dann die gängige Rechtsprechung zurate. Sie suchen in Augsburg einen Scheidungsanwalt bzw. einen Fachanwalt für Familienrecht? Kontaktieren Sie uns gern!