23. Februar 2026  I  Kategorie: Immobilienbesitz in der Scheidung – typische Fehler vermeiden

Eine gemeinsame Immobilie ist für viele Ehepaare der größte Vermögenswert. Kommt es zur Scheidung, wird aus dem Zuhause schnell ein Konfliktfeld. Fragen zur Nutzung, Finanzierung, Bewertung und Aufteilung müssen geklärt werden. Wer hier vorschnell entscheidet oder wichtige Aspekte übersieht, riskiert erhebliche finanzielle Nachteile. Gerade im Jahr 2026, bei weiterhin hohen Immobilienwerten und Zinsbelastungen, ist eine sorgfältige Planung wichtiger denn je.

Wem gehört die Immobilie rechtlich?

Entscheidend ist zunächst, wer im Grundbuch eingetragen ist. Stehen beide Ehepartner als Eigentümer dort, sind sie Miteigentümer – unabhängig davon, wer mehr Eigenkapital eingebracht hat. Ist nur ein Ehepartner eingetragen, bleibt er grundsätzlich Alleineigentümer. Dennoch kann im Rahmen des Zugewinnausgleichs ein Ausgleichsanspruch entstehen, wenn während der Ehe ein Vermögenszuwachs erzielt wurde.

Typischer Fehler 1: Wert ohne Gutachten schätzen

Ein häufiger Irrtum besteht darin, den Immobilienwert „nach Gefühl“ oder anhand veralteter Kaufpreise anzusetzen. Für eine faire Auseinandersetzung ist jedoch eine realistische Marktwertermittlung erforderlich. Ohne fundierte Bewertung entstehen schnell Streitigkeiten oder unausgewogene Ausgleichszahlungen. Ein neutrales Gutachten schafft Klarheit und verhindert spätere Korrekturen.

Typischer Fehler 2: Kreditverpflichtungen unterschätzen

Oft läuft die Finanzierung weiter, auch wenn ein Ehepartner auszieht. Beide Darlehensnehmer haften gegenüber der Bank gesamtschuldnerisch. Selbst wenn intern eine andere Aufteilung vereinbart wird, bleibt die Haftung nach außen bestehen. Ohne eine vertragliche Anpassung mit der Bank kann dies langfristig zu erheblichen Risiken führen.

Typischer Fehler 3: Nutzung ohne Regelung

Bleibt ein Ehepartner in der Immobilie wohnen, sollte geregelt werden, ob eine Nutzungsentschädigung zu zahlen ist. Fehlt eine klare Vereinbarung, entstehen häufig finanzielle Unstimmigkeiten. Auch laufende Kosten wie Instandhaltung, Versicherung oder Grundsteuer müssen eindeutig verteilt werden.

Optionen bei der Vermögensaufteilung

Grundsätzlich bestehen mehrere Möglichkeiten: Verkauf der Immobilie, Übernahme durch einen Ehepartner gegen Auszahlung des anderen oder Fortführung als gemeinsames Eigentum. Welche Lösung sinnvoll ist, hängt von der finanziellen Situation, dem Kindeswohl und steuerlichen Aspekten ab. Eine vorschnelle Entscheidung kann sich als teuer erweisen.

Regionale Besonderheiten berücksichtigen

Gerade im Raum Augsburg können Marktwert, Nachfrage und Finanzierungskonditionen eine große Rolle spielen. Regionale Kenntnisse helfen dabei, realistische Einschätzungen zu treffen und wirtschaftlich sinnvolle Entscheidungen zu treffen.

Warum professionelle Begleitung entscheidend ist

Ein erfahrener Rechtsanwalt analysiert Eigentumsverhältnisse, Darlehensverträge und Zugewinnausgleich sorgfältig. Als Experte im Familienrecht verbindet er rechtliche und wirtschaftliche Aspekte. Ein Fachanwalt für Familienrecht stellt sicher, dass Ihre Interessen gewahrt bleiben und keine langfristigen Risiken entstehen.

Wenn Sie eine Immobilie besitzen und vor einer Scheidung stehen, sollten Sie frühzeitig fachlichen Rat einholen. Stefan Haschka steht Ihnen als Fachanwalt für Familienrecht in Augsburg kompetent zur Seite. So vermeiden Sie typische Fehler und schaffen eine tragfähige Lösung für Ihre Zukunft.