04. Dezember 2025  I  Kategorie: Fehlerhafte Kindesanhörung: OLG Frankfurt kippt Sorgerechtsbeschluss

Die Kindesanhörung ist ein zentrales Element familiengerichtlicher Verfahren. Sie soll sicherstellen, dass die Interessen, Wünsche und Bedürfnisse des Kindes angemessen berücksichtigt werden. Eine aktuelle Entscheidung des Oberlandesgerichts Frankfurt macht deutlich, wie gravierend die Folgen sein können, wenn diese Anhörung nicht ordnungsgemäß durchgeführt wird. In dem entschiedenen Fall hob das Gericht einen Sorgerechtsbeschluss auf, weil die Anhörung des Kindes fehlerhaft war. Die Entscheidung unterstreicht, wie hoch die Anforderungen an Gerichte in sensiblen Sorgerechtsverfahren sind.

Die Bedeutung der Kindesanhörung im Sorgerechtsverfahren

Nach deutschem Familienrecht ist das Gericht verpflichtet, Kinder persönlich anzuhören, sofern deren Alter und Entwicklungsstand dies zulassen. Ziel ist es, sich einen eigenen Eindruck vom Kind zu verschaffen und dessen Sichtweise in die Entscheidung einzubeziehen. Dabei geht es nicht darum, dem Kind die Verantwortung für die Entscheidung aufzubürden, sondern sein Kindeswohl bestmöglich zu ermitteln. Eine Anhörung darf daher weder oberflächlich noch rein formal erfolgen.

Der Fall vor dem OLG Frankfurt

Im zugrunde liegenden Verfahren hatte das Familiengericht eine Sorgerechtsentscheidung getroffen, ohne die Kindesanhörung ausreichend sorgfältig durchzuführen. Das OLG Frankfurt beanstandete insbesondere, dass die Anhörung nicht altersgerecht war und wichtige Aspekte der Lebenssituation des Kindes unberücksichtigt blieben. Zudem fehlte eine nachvollziehbare Auseinandersetzung mit den geäußerten Wünschen des Kindes in der gerichtlichen Begründung. Aus Sicht des Oberlandesgerichts stellte dies einen erheblichen Verfahrensfehler dar, der zur Aufhebung des Beschlusses führte.

Warum formale Fehler schwerwiegende Folgen haben

Fehler bei der Kindesanhörung sind keine bloßen Formalien. Sie können dazu führen, dass gerichtliche Entscheidungen angreifbar sind und neu aufgerollt werden müssen. Für die betroffenen Familien bedeutet dies oft zusätzliche Belastung, längere Verfahren und anhaltende Unsicherheit. Gerade bei Sorgerechtsfragen ist Stabilität für das Kind von großer Bedeutung. Umso wichtiger ist es, dass das Verfahren von Anfang an rechtssicher geführt wird.

Was Eltern aus dieser Entscheidung lernen können

Die Entscheidung des OLG Frankfurt zeigt, dass Eltern ihre Rechte im Verfahren kennen sollten. Wird eine Kindesanhörung nicht ordnungsgemäß durchgeführt, kann dies ein Ansatzpunkt für ein Rechtsmittel sein. Gleichzeitig sollten Eltern darauf achten, das Kind nicht zu beeinflussen oder unter Druck zu setzen. Gerichte legen großen Wert darauf, dass die Äußerungen des Kindes frei und unbeeinflusst erfolgen. Eine gute Vorbereitung und rechtliche Begleitung sind hier entscheidend.

Die Rolle anwaltlicher Unterstützung

Ein erfahrener Rechtsanwalt erkennt frühzeitig, ob Verfahrensfehler vorliegen oder drohen. Als Experte im Familienrecht achtet er darauf, dass die Rechte des Kindes und der Eltern gewahrt bleiben. Gerade in Augsburg profitieren Mandanten von einer fundierten Beratung, die sowohl die rechtlichen Vorgaben als auch die gerichtliche Praxis berücksichtigt. Ein Fachanwalt für Familienrecht kann einschätzen, ob eine Entscheidung Bestand hat oder erfolgreich angegriffen werden kann.

Wenn Sie in einem Sorgerechtsverfahren unsicher sind oder Zweifel an der ordnungsgemäßen Durchführung der Kindesanhörung haben, sollten Sie sich beraten lassen. Stefan Haschka steht Ihnen als Fachanwalt für Familienrecht mit seiner Erfahrung zur Seite. Er unterstützt Sie dabei, Ihre Rechte durchzusetzen und eine Lösung zu finden, die dem Wohl Ihres Kindes gerecht wird.