01. Februar 2026 I Kategorie: FamilienrechtEhebruch und Scheidung: Was gilt rechtlich 2026?
Ein Seitensprung ist für viele Ehepartner ein schwerer Vertrauensbruch. Emotional kann Ehebruch das endgültige Aus für eine Beziehung bedeuten. Rechtlich stellt sich jedoch die Frage, welche Bedeutung Untreue im Jahr 2026 im deutschen Scheidungsrecht noch hat. Viele Betroffene gehen davon aus, dass Ehebruch automatisch zu besonderen Ansprüchen oder Nachteilen führt. Tatsächlich ist die Rechtslage differenzierter, als es das Bauchgefühl vermuten lässt.
Ehebruch ist kein eigener Scheidungsgrund
Nach deutschem Recht gilt das sogenannte Zerrüttungsprinzip. Eine Ehe wird geschieden, wenn sie als gescheitert anzusehen ist. Maßgeblich ist in der Regel das Trennungsjahr. Ein Ehebruch allein ersetzt diese Voraussetzung nicht. Das Gericht prüft nicht, wer „schuld“ an der Trennung ist, sondern ob die eheliche Lebensgemeinschaft endgültig beendet wurde. Auch im Jahr 2026 hat sich daran nichts geändert.
Hat Ehebruch Auswirkungen auf den Unterhalt?
Viele Mandanten fragen sich, ob Untreue den Anspruch auf nachehelichen Unterhalt beeinflusst. Grundsätzlich gilt: Moralisches Fehlverhalten führt nicht automatisch zum Verlust von Unterhaltsansprüchen. Nur in Ausnahmefällen, etwa bei besonders schwerwiegendem Fehlverhalten, kann eine grobe Unbilligkeit vorliegen. Die Hürden hierfür sind jedoch hoch. In der Praxis spielt Ehebruch daher selten eine entscheidende Rolle bei der Unterhaltsberechnung.
Relevanz beim Trennungszeitpunkt
Allerdings kann Ehebruch indirekt Bedeutung erlangen, wenn es um den Beginn der Trennung geht. Wird die Untreue zum Auslöser der räumlichen und wirtschaftlichen Trennung, kann sie helfen, den Trennungszeitpunkt nachzuweisen. Dieser ist wiederum wichtig für Unterhaltsansprüche und den Beginn des Scheidungsverfahrens. Eine saubere Dokumentation ist hier von Vorteil.
Auswirkungen auf das Sorgerecht?
Beim Sorgerecht steht ausschließlich das Kindeswohl im Mittelpunkt. Ein Seitensprung hat grundsätzlich keinen Einfluss auf die elterliche Eignung. Nur wenn das Verhalten konkrete negative Auswirkungen auf das Kind hat, könnte es berücksichtigt werden. Reine Beziehungskonflikte zwischen den Eltern sind hierfür nicht ausreichend.
Emotionale Konflikte rechtlich einordnen
Auch wenn das Gesetz keine „Schuldfrage“ mehr kennt, ist Ehebruch emotional oft hoch belastend. In der Praxis führen solche Situationen häufig zu eskalierenden Auseinandersetzungen über Vermögen, Unterhalt oder Umgang. Eine sachliche rechtliche Einordnung hilft dabei, zwischen persönlichen Verletzungen und juristisch relevanten Punkten zu unterscheiden.
Warum anwaltliche Beratung wichtig ist
Ein erfahrener Rechtsanwalt kann Ihre Situation nüchtern bewerten und Sie über Ihre tatsächlichen Rechte und Pflichten aufklären. Als Experte im Familienrecht weiß er, welche Aspekte rechtlich Bedeutung haben und welche nicht. Gerade in Augsburg profitieren Mandanten von einer individuellen Beratung, die sowohl rechtliche als auch praktische Gesichtspunkte berücksichtigt. Ein Fachanwalt für Familienrecht sorgt dafür, dass Ihre Interessen sachlich und zielgerichtet vertreten werden.
Wenn Sie von einer Trennung oder Scheidung nach einem Ehebruch betroffen sind, sollten Sie frühzeitig professionelle Unterstützung in Anspruch nehmen. Stefan Haschka steht Ihnen als Fachanwalt für Familienrecht mit Erfahrung und Einfühlungsvermögen zur Seite. So erhalten Sie Klarheit über Ihre rechtliche Situation und können fundierte Entscheidungen für Ihre Zukunft treffen.